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Das Januar-Vorwort: Ein kurioser Start nach 2021

Liebe Leserinnen und Leser,

irgendwie war das ja abzusehen: trotz aller Hoffnungen, die wir und sicher auch Sie lange Zeit auf den Teil-Lockdown gesetzt haben, ging der Schuss nach hinten los.

Nun, während Sie dieses Vorwort lesen, ist ja hoffentlich der größte Abschnitt dieses kompletten Herunterfahrens des öffentlichen Lebens schon vorüber. Genaues weiß ich natürlich auch nicht, denn ich schreibe dieses Vorwort in der vierten Adventswoche, zu einer Zeit also, da die Maßnahmen gerade erst verkündet und umgesetzt wurden.

Irgendwie bin ich auch ein bisschen ärgerlich. Meine Mitarbeiterinnen werden von erneuter Unsicherheit geplagt, ihnen und mir müssen ständig neue Ideen einfallen, die Aussicht auf ein recht trostloses Weihnachtsfest ließ die Stimmung auch nicht gerade fröhlicher werden.

Trotzdem, und das bewundere ich wirklich, erhalten Sie fast überall, wo Sie noch ein Geschäft aufsuchen können, freundliche Worte und vielerlei Gesten und ein Lächeln, welche Ihnen sagen, dass es von Herzen kommt. Die Einsatzfreude in den kleinen Fachgeschäften ist trotz aller Sorge hoch. Jetzt müssen wir alle nur noch diese Pandemie überstehen, um ein einigermaßen normales Leben führen zu können. Vielleicht hilft ja der Impfstoff dabei? So wie früher wird es jedoch auf keinen Fall mehr werden.

Unter Umständen führen die Pandemie-Maßnahmen zu einer neuen Bewertung des eigenen Konsumverhaltens. Nun bin ich ja seit jeher kein Freund des Onlinehandels, weil ich mich lieber von Angesicht zu Angesicht beraten lasse und versuche, mein Geld im lokalen Handel – das kann auch mal Uelzen oder Lüneburg sein, aber eben in meiner Heimat – zu lassen, was mir größtenteils gelingt. Mich jedenfalls hat es nicht in den Onlinehandel getrieben. Und andere? Ich könnte mir vorstellen, dass man etwas genauer differenzieren wird. Was kann ich lokal erwerben? Kann ich Arbeitsplätze vor Ort erhalten? Kann ich durch mein Konsumverhalten meinem örtlichen Verein helfen? Was ist nur schwierig zu erhalten? Wo muss ich auf das Online-Geschäft zurückgreifen? Oder sogar: Ist das auch nachhaltig?

Die Pandemie hat uns die Endlichkeit des bis dato normalen Geschehens gezeigt. Sie hat Familien ins Unglück gestürzt, weil sie mit den Bekämpfungsmaßnahmen nicht zurechtkamen, sie hat aus Freunden Gegner gemacht, sie hat das Bild unserer Städte verändert, sie hat uns der beliebten größeren familiären Zusammenkünfte z. B. zu Weihnachten beraubt und auch unsere Reiselust gedämpft. Sogar das Schulwesen hat sie verändert, sie hat, zumindest in Teilen, neue Unterrichtsformen hervorgebracht, die uns gleichzeitig sehr schmerzlich die Versäumnisse der Vergangenheit offenbarten. Hat sie uns auch vernünftiger gemacht? Das lässt sich schwer ermitteln, aber auf jeden Fall hat sie uns verändert. Sie ist nach der Überwindung der Folgen des 2. Weltkrieges die schwerste Krise, die wir erleben mussten; weltweit und ohne Ausnahme. Dagegen nimmt sich das Bankendesaster des letzten Jahrzehnts, das auch noch rein menschengemacht war, wie ein laues Lüftchen aus.

Und wie bei der damaligen Bankenkrise gibt es auch in dieser Situation Profiteure; Menschen, die sich nicht zu schade sind, ihr eigenes Süppchen zu kochen, koste es, was es wolle. Das wäre einmal eine Aufgabe für die Politik: Diejenigen, welche die Schwächen des Systems nutzen, an den Erhaltungskosten desselben zu beteiligen.

Diese Ausgabe Ihrer Bevenser Nachrichten ist denn auch recht dünn geraten. Es gibt einfach nicht so viel zu berichten wie sonst. Natürlich finden Sie wieder die Abhandlungen zur Geschichte des Ortes, einen Blick auf einen ausgefallenen 100. Geburtstag, Vereinsmitteilungen, Tipps und Satirliches, doch mit den Angeboten aus dem Veranstaltungssektor sieht es derzeit mau aus. Und alles, was Sie hierzu lesen können, steht auch noch unter dem Vorbehalt sich ständig ändernder Rechtsverordnungen.

Trotzdem, oder gerade deswegen, möchten wir, mein Team und ich, Ihnen ein gutes Jahr 2021 wünschen. Bleiben Sie gesund, tolerant und, ja, auch ein gehöriges Stück optimistisch.

Ihr

Jürgen Schliekau, Herausgeber

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