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Das Mai-Vorwort: Reisen oder bleiben

Liebe Leserinnen und Leser,

sind Sie eigentlich auch manchmal so genervt wie ich? Eigentlich wollten meine Frau und ich in diesem Sommer im Nachgang zu einer Dienstreise eine kleine Erholungspause einlegen. Schön in Deutschland, wo es ja wirklich genug zu sehen gibt für neugierige Menschen wie uns. Man kann sich auch bei Museumsbesuchen erholen oder bei der Besichtigung von Kirchen und anderen Sehenswürdigkeiten, wie wir im Laufe unseres Lebens schon sehr oft festgestellt haben.

Also flugs ein paar Tage Erholung mit eingeplant, bevor es wieder so richtig losgeht. Wäre da nicht ein ganz kleiner Haken . . . 

Zwar wissen wir genau, wohin wir wollen, es ist ja zunächst eine Dienstreise, aber nach wie vor wissen wir nicht, ob wir das auch dürfen. Und auch im Zeitfenster sind wir nicht so ganz frei, denn schließlich erwarten Sie als unsere Leser zu Recht, dass die Bevenser Nachrichten einigermaßen pünktlich vor Ihnen liegen.

Und so beginnt jetzt das große Rätseln. Die Dienstreise würde gut sechs Stunden einfache Fahrt dauern, dann Gespräche und was so dazu gehört und schon ist man für weitere sechs Stunden Fahrt zu müde. Das wäre dann verantwortungslos. Was also tun? Die Fahrt sausen lassen, obwohl sie nicht ganz unwichtig ist? Abwarten, wann sich die Lage wieder beruhigt? Und wenn sie sich beruhigt, es einfach auf »blauen Dunst« versuchen?

Schön ist jedenfalls anders und ich zumindest glaube, dass es vielen Menschen ähnlich geht. Die Verunsicherung ist groß, das Risiko derzeit nicht überschaubar, wenn man nicht gerade über eine medizinische Ausbildung und zusätzlich noch über eine Glaskugel verfügt.

Vielleicht machen wir es doch wie im vergangenen Jahr. Da war die Situation ähnlich unsicher. Wir haben uns dann beim Bevenser Fahrradhaus E-Bikes geliehen und sind durch unsere schöne Landschaft geradelt. Hier mal ein Päuschen, dort ein gemütliches Essen, zwischendurch ein Eis; so schlecht war es dann auch nicht. Und auf dem Fahrrad sieht man Dinge, die bei einer Autofahrt gar nicht auffallen. Man lässt sich schließlich Zeit, keiner drängelt und man probiert Wege aus, die man sonst nie fährt oder, einfach weil zu weit weg, auch nicht zu Fuß erkundet.

Man achtet auch viel mehr auf die Natur als sonst. Zwitschern, rauschen, rascheln, plätschern – eine unglaubliche Geräuschkulisse kann man auf so einer Tour erleben. Und das, obwohl oder gerade weil es in der Natur herrlich ruhig ist. Bei uns hier im Städtchen ist das schon etwas schwieriger. Hier ist es zwar auch nicht laut, aber eben nicht so still wie zwischen Wiesen und Wäldern und es muss schon spät am Abend sein, damit man die Naturgeräusche wahrnehmen kann.

So eine Tour durch die Heimat zeigt selbst mir als Menschen, der die Gegend hier doch recht gut kennt, immer wieder neue Fleckchen, neue Schönheiten. Aber Vorsicht: es kann ganz schnell passieren, dass man sich neu in diese alte Liebe, seine Heimat, verliebt. Jetzt, da ich das hier gerade so schreibe, fällt mir auf, dass es mir ähnlich ergangen sein könnte. Die Entdeckungsreise des vergangenen Jahres ist ja vielleicht noch gar nicht beendet. Ich habe zum Beispiel in einer Trödelscheune ein schönes altes Mende-Radio von 1937 entdeckt, welches ich dann für mein ­Hobby gekauft habe. Auch meine Frau ist fündig geworden für ihre Hobbys.

Vielleicht verschieben wir unsere Dienstreise noch ein wenig. Es gibt ja noch so vieles zu entdecken. Ich glaube, mein Heimatforscher-Gen ist beim Schreiben gerade wieder erwacht. Also doch wieder das E-Bike von meinem alten Freund Olaf Behnke leihen und bequem und umweltschonend die Gegend erkunden? So schrecklich klingt es gar nicht.

Ist das eventuell auch eine Alternative für Sie? Statt unbedingt mit einem Flieger die Umwelt zu belasten und sich dem Reisestress auszusetzen, es einfach einmal ganz ruhig angehen zu lassen? Ich freunde mich gerade wieder mit diesem Gedanken an.

Der Blick nach vorn auf die folgenden Seiten unseres Magazins ist auch in diesem Monat noch nicht sehr prickelnd, doch haben wir uns redlich bemüht. So haben wir natürlich wieder einen Tipp für Ihre grüne Oase, passend zu meinem Vorwort auch einen Rechtstipp rund um das Zweiradfahren, mein Bruder hat sich Gedanken zu einer Havarie gemacht und wir schauen, was es Neues gibt.

Ihnen wünschen wir für den Wonnemonat Mai auf jeden Fall ein paar sonnige Tage, die jetzt hoffentlich wieder ein bisschen wärmer werden.

Ihr

Jürgen Schliekau, Herausgeber

P. S.: Vielleicht lernen wir uns in Zukunft noch etwas besser kennen, denn der Ortsverband der CDU hat mich zu seinem Bürgermeisterkandidaten für die Stadt Bad Bevensen bestimmt. Mir zur Seite gestellt wurde Andreas Czer­winski, der ehemalige Kandidat für das Samtgemeindebürgermeisteramt.

Ich freue mich über das Vertrauen und auf diese neue Herausforderung.

Falls Sie Fragen an mich haben, erreichen Sie mich montags bis samstags in der Zeit von 9 bis 10 Uhr unter der Telefonnummer 0151 50 74 55 01.

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