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Das Dezember-Vorwort: Driving home for Christmas?

Liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht hatte ich das ja schon einmal in einem meiner vielen Vorworte erwähnt, aber ich wiederhole es gern: Eines der aus meiner Sicht schönsten englischen Weihnachtslieder in den Hitparaden ist der Song von Chris Rea: »Driving home for christmas« aus dem Jahr 1986.

Der Inhalt ist schnell umrissen, dreht es sich doch um einen Menschen, der zu Weihnachten nach Hause fährt, vielleicht in die »alte« Heimat, um seine Lieben zu sehen, und der dann auch noch im Stau steht wie so viele andere neben, vor und hinter ihm.

Mir ist eigentlich auch danach, zu Weihnachten die familiären Bindungen etwas aufzufrischen. Wir sind zwar drei Generationen im Hause, aber es gibt Geschwister und Kinder, die man länger nicht gesehen hat. Bedingt durch die Corona-Pandemie vielleicht schon seit einem ganzen Jahr nicht mehr.

Doch die Verunsicherung durch die Ereignisse der letzten Wochen sitzt tief und viele fragen sich nicht zu Unrecht, ob das Weihnachtsfest im größeren Familienkreis überhaupt möglich sein wird. Was, wenn die sehnsüchtig erwarteten Verwandten aus Gebieten mit äußerst hohen Inzidenzzahlen kommen? Gefährde ich dadurch vielleicht meine bis jetzt noch gesunde Kernfamilie?

Solche Gedanken können einem schon tiefe Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Das Verlangen einerseits, die Vorsicht andererseits liegen im Widerstreit.

Als Kinder hatten wir das große Vergnügen, am Heiligen Abend um 16 Uhr die einen Großeltern zu besuchen, um 18 Uhr die Bescherung mit den Eltern zu erleben und um 20 Uhr zu den anderen Großeltern ein paar Straßen weiter zu gehen.

Das waren zwar kleine Strecken, aber eben auch Besuche, auf die man sich trotz der vorhandenen Nähe gefreut hatte. Erst später, als man sich dem Erwachsenendasein näherte und als junger Mensch eigene Wege erkundete, ließ das nach. Allerdings nur, um heute, nach einigen Jahrzehnten der Reifung, wieder herbeigewünscht zu werden.

Unsere Familie machen die Aussichten im Moment jedenfalls eher traurig. Unsere Tochter hätte vielleicht ganz gern ihren großen Bruder gesehen, unsere Mutter auch gern ihren anderen Sohn. Irgend etwas wird möglich sein bei der Zwei-Hausstände-Regelung, aber eben nicht alles.

Und da sind wir beim Punkt, dem Unterschied zwischen dem Wünschenswerten und dem Machbaren. Vielleicht müssen wir in diesem ausklingenden Jahr noch einmal verzichten, um dann im kommenden Jahr neu durchzustarten.

Natürlich sind das im Moment noch alles Spekulationen und ebenso natürlich kann auch alles ganz anders kommen.

Erfüllen wir also die Vorweihnachtszeit mit anderen, Sinn stiftenden Dingen. Wie wäre es mit ein wenig Hilfe für die Nachbarn, die vielleicht schon älter sind? Oder mit der Unterstützung der von den Bestimmungen besonders Betroffenen wie Restaurants und Gasthäuser? Weihnachten ist eben nur einmal im Jahr und  eigentlich eine besondere Zeit, Gutes zu tun. Auch dabei kann man eine große innere Zufriedenheit erlangen.

Sie merken es schon, liebe Leserinnen und Leser, dass auch ich gerade versuche, den Sinn vor allem des diesjährigen Weihnachtsfestes abseits aller Oberflächlichkeit zu finden. So versuche ich ebenfalls aus meiner Sicht kleine Beiträge zu leisten, welche unser Dasein auch in tristeren Zeiten etwas lebenswerter gestalten könnten. Vielleicht ist das ein Weg?

Nun aber der Blick nach vorn, wobei es soviel nicht zu berichten gibt. 

Eine Nachricht, die uns ganz besonders erfreut hat, war sicherlich, dass es dem Aufsichtsrat der Bad Bevensen Marketing GmbH gelungen ist, den bisherigen Geschäftsführer Gerhard Kreutz für die kommenden Jahre weiterhin zu verpflichten. Es ist nicht zuletzt der Ideenreichtum seines motivierten Teams, welcher uns auch durch schwere Wetter geführt hat.

Derzeit ist das Team um den Geschäftsführer noch bemüht, für Bad Bevensen einen Weihnachtsmarkt in irgendeiner Form zu ermöglichen. Beinahe überall ist diese schöne Tradition abgesagt worden, zu groß scheint die Gefahr weiterer Infektionen. Für Bad Bevensen lag allerdings bereits ein Plan vor, wie trotzdem ein kleiner und feiner Markt stattfinden kann. Ob er noch untersagt wird, hängt jetzt nicht nur von der Landesregierung ab, sondern in einiger Hinsicht auch von jedem einzelnem Menschen bzw. dessen Vorsicht.

Sogar die Weihnachtsgottesdienste sind einer massiven Änderung unterworfen. Die beliebten Siebenstern-Gottesdienste können leider nicht in der herkömmlichen Art begangen werden. Trotzdem wird vieles versucht; erfahren Sie mehr in diesem Magazin.

Und jetzt wünscht unser Team Ihnen eine besinnliche Adventszeit. Genießen Sie, soweit es möglich ist, die ruhigen Stunden im Familienkreis und kommen Sie gesund ins neue Jahr.

Ihr

Jürgen Schliekau, Herausgeber

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