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Das Februar-Vorwort: Quo vadis, Menschlichkeit?

Liebe Leserinnen und Leser,

die ersten Januar-Wochen sind vorbei, jetzt, da ich dieses Vorwort verfasse. Und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass die Wünsche und Hoffnungen für 2024 bereits begraben worden sind.

Schauen wir dabei erst einmal nicht in die Welt, nicht nach Russland oder in die Ukraine, schauen wir nicht nach Israel oder in die USA, in der sich gerade wieder ein ungehobelter, autokratischer Pöbler daran macht, erneut die Macht ergreifen zu wollen.

Nein, bleiben wir im Land, denn auch die Ereignisse in unserer unmittelbaren Umgebung sind nicht immer unbedingt Anlass zur Freude, wenn man einmal von unserer Samtgemeinde absieht.

Wir haben in den ersten Wochen des Jahres die Proteste der Landwirte erlebt, die, ob man das jetzt gutheißt oder nicht, auf ihre Situation aufmerksam gemacht haben. Ich denke, nicht nur die Eisenbahner haben das Recht auf Streik, sondern auch die Bauern müssen ihren Unmut äußern dürfen. Und da eine gewisse Unzufriedenheit mit der Berliner Ampel und auch mit ihren Beschlüssen vorherrscht, ist das eine legitime und vor allem friedliche Form des Protestes. Ganz anders eben als diejenigen, die pöbelnd, brüllend, Schaufenster zertrümmernd und Autos ansteckend oder faschistische und antisemitische Parolen skandierend durch die Straßen ziehen.

Das ist nämlich der nächste Punkt, der bei uns nun wahrlich kein Grund zur Freude ist. Wer schon einmal in ein Geschichtsbuch geschaut und mehr aufgenommen hat als ein paar Bilder – die allein übrigens jeden normal gebliebenen Menschen in Schockstarre versetzen müssten –, der weiß auch um die besondere Verantwortung unseres Landes für die Geschichte bzw. deren Wiederholung.

Vor diesem Hintergrund – ich hatte es in der letzten Ausgabe schon einmal angedeutet – machen sich mittlerweile doch viele Menschen Sorgen wegen der extremistischen Ränder, die sich an unserer Demokratie zu schaffen machen und ihr Gift verspritzen. 

Die beim Potsdamer Treffen aufgetauchten Deportationsfantasien schienen dennoch zunächst zu wenige Menschen zu erschüttern. Vermutlich war auch die Presse daran nicht ganz unschuldig, die fleißig und schlagzeilenbedacht einen dauernden Alarmismus in die Gesellschaft trug und jetzt – geschuldet der Dauerbeschallung – trotz besorgniserregender Vorfälle erst nur wenige erreichte. Ich hatte schon vor Jahren vor dieser Art Journalismus gewarnt. Vergeblich. Schön, dass jetzt immer mehr Menschen gegen den Faschismus auf die Straße gehen. Aber bitte auch das andere Extrem nicht aus den Augen verlieren.

Doch selbstverständlich gibt es auch gute Nachrichten. So stellen wir Ihnen hier gleich im Anschluss den neuen Chef der Bad Bevensen Marketing GmbH vor, der für den ausgefallenen Gerhard Kreutz die Leitung dieses für Bad Bevensen überlebenswichtigen Betriebes übernimmt.

In der Raudibox, der Galerie am Bahnhof, gibt es Improtainment vom Feinsten mit professionellen Theatermachern, ein neuer Allgemeinmediziner stellt sich Ihnen vor und im Kloster Medingen findet sich mit Antong Zou erneut ein junger Pianist ein, um sein Können zu präsentieren.

Auch über die Gründung bzw. Eintragung der Gesellschaft für Erneuerbare ­Energien können wir Ihnen berichten.

Jetzt aber wünschen wir Ihnen viel Vergnügen beim Lesen unseres Magazins. Bleiben Sie aufmerksam und vor allem: demokratisch! 

Ihr

Jürgen Schliekau, Herausgeber

Falls Sie Fragen an mich haben, erreichen Sie mich montags bis samstags in der Zeit von 9 bis 10 Uhr unter der Telefonnummer 0151 50 74 55 01.


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Bevenser Nachrichten Februar 2024