Das Magazin finden Sie unter dem Vorwort

Einiges mehr über uns und die Bevenser Nachrichten erfahren Sie hier.

Das Dezember-Vorwort: Zeit der Erwartung?

Liebe Leserinnen und Leser,

jetzt, da die aktuelle Ausgabe bei Ihnen ankommen soll, beginnt die Adventszeit. Advent leitet sich vom lateinischen »Adventus« ab und heißt nicht mehr und nicht weniger als Ankunft. Für uns also, hier im sogenannten christlichen Abendland, ist es die Zeit der Erwartung. Wir erwarten die Ankunft Jesu, dessen Geburtstag wir in der Weihnachtsnacht begehen.

In Zeiten wie diesen, in denen Unzufriedenheit, Katastrophenmeldungen, viele auch kriegerische Auseinandersetzungen und die andauernde Pandemie die Medien beherrschen, wäre es sicher gut, wenn da jemand kommen würde, der uns von all diesen Plagen befreien könnte.

Die heutigen Befreier allerdings mögen mir gar nicht so vorkommen, als hätten sie der Menschen Bestes im Sinn. Eher gewinnt man das Gefühl, dass das eigene Wohl viel schwerer wiegt als das Wohl anderer.

Dabei gibt uns gerade die Advents- und Weihnachtszeit Gelegenheit, einmal mehr nicht nur an uns, sondern auch an andere zu denken. Zum Beispiel der gebrechlichen Nachbarin zu helfen, den Gehsteig zu kehren, wenn schweres Herbstlaub oder Schnee zu beseitigen sind, oder einfach einem Menschen, den man vielleicht länger schon nicht mehr gesehen hat, eine kleine Freude zu bereiten.

Es sind nicht immer die großen Dinge, die für Glück sorgen, es sind oftmals Kleinigkeiten, die unseren Mitmenschen zeigen, dass sie uns wichtig sind.

Da gerate ich doch schon wieder ins Philosophieren, dabei wollte ich das gar nicht. Vielmehr wollte ich auf die schönen Dinge in der Vorweihnachtszeit aufmerksam machen. Dinge wie z. B. eine schön beleuchtete Stadt, Tannenbäume, die geschmückt die Fußgängerzonen säumen, den großen Tannenbaum, der nicht nur hier, sondern in vielen Orten unserer Samtgemeinde den Kirchplatz schmückt, weihnachtliche Musik (Sie erinnern sich an mein letztjähriges Vorwort?), den Glanz der Lichter . . .

Eigentlich ist der Advent eine schöne Zeit. Mir gefällt dabei besonders die Aussicht auf den Heiligen Abend, auf das Beisammensein mit der Familie bei Kerzenschein, wenn wieder der Siebenstern leuchtet und sein warmes Licht ausstrahlt.

Ein ganz besonderer Genuss ist es jedes Mal, wenn meine weitaus bessere Hälfte in unserer Küche lustvoll werkelt und aus allerlei, mir als kulinarischer Analphabet zumeist unbekannten Zutaten einen besonderen Genuss auf den Tisch zaubert, der seinesgleichen sucht.

Im vergangenen Jahr besuchte uns mein Bruder zu diesem Weihnachtsessen – irgendwann muss er ja mal belohnt werden für die vielen lustigen Geschichten, die er für Sie und unser Magazin schreibt – und konnte meine Begeisterung durchaus nachvollziehen. Auch das also eine Zeit der Erwartung, könnte man meinen. Vergessen wir dabei aber nicht, an die zu denken, deren Tisch nicht so reich gedeckt ist. Gelegenheit zur Hilfe bietet sich immer, nicht nur zur Weihnachtszeit.

Doch jetzt genug davon, sonst bekomme ich schon beim Schreiben Appetit. Schauen wir in die aktuelle Zeit.

Natürlich weiß ich nicht, ob und wenn überhaupt, es in diesem Jahr anders laufen wird als im letzten, denn die Pandemie wirft, während ich noch schreibe, ihre vierte Welle mit Macht über uns. Trotzdem bin ich guter Hoffnung, dass wir eine schöne Vorweihnachtszeit, vielleicht mit dem Duft von Glühwein oder Bratäpfeln auf den geplanten Weihnachtsmärkten, erleben. Nach dem letzten Jahr ohne diese vorweihnachtlichen Events wäre es doch durchaus wünschenswert, oder?

Geplant wurde jedenfalls. Bad Bevensen möchte einen kleinen, gemütlichen Weihnachtsmarkt vor der Kirche abhalten und so zur vorfestlichen Stimmung beitragen. Es wird wohl sehr strenge Vorgaben wie beispielsweise die 2G-Regelung geben. Auch ein verkaufsoffener Sonntag ist am 4. Advents-Wochenende, dem 19. Dezember, angedacht.

Quo vadis? Alles, was Sie dazu in dieser Ausgabe lesen, steht einmal mehr unter Vorbehalt. Niemand weiß, was uns erwartet.

Das ist jedoch genau das, was zukunftsorientierte Menschen auszeichnet. Sie agieren trotzdem und schauen nach vorn. 

Da fällt mir doch gleich der passende Satz, er wird Martin Luther zugeschrieben, ein: »Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen«. Gut, vermutlich ist der Satz erst Mitte der 1940er Jahre entstanden, bei Luther jedenfalls scheint er nicht nachweisbar, aber wegweisend ist er allemal.

So blicken wir also gespannt auf die kommenden Monate. Der Jahreswechsel steht bevor und das Jahr 2022 wird bestimmt viel besser als die beiden vergangenen, man möchte fast sagen, Katastrophenjahre.

Und jetzt wünscht unser Team Ihnen eine besinnliche Adventszeit. Genießen Sie, soweit es möglich ist, die ruhigen Stunden im Familienkreis und kommen Sie gesund ins neue Jahr.

Ihr

Jürgen Schliekau, Herausgeber

Falls Sie Fragen an mich haben, erreichen Sie mich montags bis samstags in der Zeit von 9 bis 10 Uhr unter der Telefonnummer 0151 50 74 55 01.

Die aktuelle Ausgabe zum Umblättern